Daniel Wolter

Marzahner Promenaden Geologie

Anhand von gesammelten Proben aus dem öffentlichen Raum der Marzahner Promenade ermittelt und gruppiert der in Hellersdorf aufgewachsene Künstler Daniel Wolter vom Sommer 2012 bis ins Frühjahr 2013 die materiellen Ursprünge, welche dem Stadtraum in der Marzahner Promenade zugrunde liegen. Er versucht, eine Geschichte für die Marzahner Promenade zu entwickeln, welche nicht ausschließlich auf der politisch stigmatisierten DDR-Vergangenheit beruht, sondern deren Bewusstsein in der Tiefe der Zeit verankert. Daniel Wolter über sein Projekt: „Marzahn und Geologie – Begriffe, die man selten in einem Satz findet. Die Erde unter den Plattenbauten ist ruhig, es gibt kaum Erhebungen, keine Felsformationen, keine Schluchten. […] Dennoch ist Marzahn kein flacher Bezirk: Türme aus Beton erheben sich, Häuserblöcke formen die Landschaft, Fassadenschluchten reichen bis zum Horizont. Geometrische Etagen überlagern die geologischen Sedimente. […] Keine schweren historischen Schichten lagern ­unter den Fundamenten der Plattenbausiedlung, die auf utopischer Reinheit gebaut wurde.” Im Zuge der Bauarbeiten an der Großsiedlung kam es neben der Umschichtung des vorhandenen Bodenmaterials zu einer Ansammlung neuen Materials. Die Ergebnisse der Recherche hält Daniel Wolter im Winter 2012 im „Feldbuch Marzahner Promenaden Geologie” und in einer Materialsammlung fest. Die Broschüre erscheint in einer Auflage von 2.500 Stück und wird seit Dezember 2012 in der Marzahner Promenade verteilt.

  • Der Künstler Daniel Wolter beim Entnehmen von Gesteinsproben.
  • Detailaufnahme eines Meißels, der kleine Steine aus einer Waschbetonfläche herauslöst.
  • Die Gesteinsproben werde in Holzkästen sortiert.
  • Präsentation des Projektes "Marzahner Promenaden Geologie". Besucher betrachten die aufgereihten Gesteinssammlungen.