• Außenansicht der Galerie M in der Marzahner Promenade bei Tag.

Galerie M

Zeitgenössische Kunst an der Peripherie

Karin Scheel, Galerie M

Die Galerie M als städtische Kunstinstitution ist seit 30 Jahren in der Marzahner Promenade beheimatet. Das ursprüngliche Gebäude, eigens für die bezirkliche Galerie gebaut, existiert leider nicht mehr, jetzt ist der Kunstraum in einem ehemaligen Ladenlokal in der Marzahner Promenade 46 untergebracht. In den letzten Jahren hat sich der Fokus der kulturellen Szene Berlins weit über die Innenstadtbezirke ausgedehnt. Einerseits liegt dies an Verdrängungsmechanismen – vor allem im Hinblick auf die Ateliersituation bildender Künstlerinnen und Künstler – andererseits besteht ein Interesse an neuen Orten für künstlerische Arbeit. Dieses Interesse ist schon seit einiger Zeit im Bezirk Marzahn-Hellersdorf spür-und sichtbar. Vor allem der öffentliche Raum des Bezirkes, seine Dimensionen, Nutzungen und inneren Strukturen bieten ein großes Potenzial für die künstlerische Auseinandersetzung.

Vor diesem Hintergrund entwickelte die kommunale Galerie M in der Marzahner Promenade ihr jetziges Profil. Die Arbeiten der ausstellenden Künstlerinnen und Künstler thematisieren den städtischen Raum in allen seinen Aspekten, sie bewegen sich in Bereiche der Architektur, der Soziologie, der Philosophie und Politik. Der Entstehungsprozess des jeweiligen künstlerischen Projektes setzt eine besonders intensive und langfristige Arbeit voraus, oft über einen Zeitraum von vielen Monaten oder sogar Jahren. Dieser Prozess wird teilweise von temporären Kunstprojekten im öffentlichen – teils virtuellen – Raum begleitet. Der hierbei mögliche partizipatorische Ansatz ist oft begleitender Bestandteil der Projekte, aber nicht deren alleiniger Zweck. Immer geht es um die Möglichkeiten der zeitgenössischen Kunst im urbanen Kontext. Die Ausstellungen – als Essenz der langfristigen Kunstprojekte – sind daher oft installative und medienkünstlerische Arbeiten. In allen Ausstellungen und den begleitenden Projekten geht es hierbei ­nie um die reine Spiegelung der Marzahner Realität, diese Realität ist die Ausgangsbasis für eine zeitgenössische künstlerische Auseinandersetzung mit urbanen und sozialen Prozessen gesamtgesellschaftlicher Natur.

Neben diesen an den Galerieraum gebundenen Projekten ist die Galerie M Ansprechpartner für das bezirkliche Atelierprogramm und fungiert als Geschäftsstelle der bezirklichen Kommission für Kunst im öffentlichen Raum.

Die von der Kommission initiierten und betreuten Wettbewerbe zur Kunst im öffentlichen Raum gehen oft über die klassischen Kunst-am-Bau-Gestaltungen hinaus. Seit einigen Jahren stehen temporäre Kunstprojekte im Fokus der Arbeit in Marzahn-Hellersdorf, so auch die Reihe temporärer Kunstprojekte in der Marzahner Promenade. Ermöglicht durch die Förderung aus dem Programm Aktive Zentren, war die Promenade über fünf Jahre Aktionsort verschiedenster künstlerischer Projekte, deren Dokumentation hiermit vorliegt.

Diese vielfältigen künstlerischen Aktionen auf der Marzahner Promenade, die Ausstellungen und Projekte in und an der Galerie M, aber auch in den umliegenden Ateliers zeigen mittlerweile eine erfreuliche Resonanz – bei Besuchern aus der direkten Umgebung, aber auch bei Touristen und Fachpublikum. Anfängliche Vorbehalte aus der Nachbarschaft weichen immer mehr einem deutlich artikulierten Interesse an künstlerischen Prozessen im direkten Wohnumfeld.

  • Galerie M am Abend.
  • Eine gut besuchte Galerie M auf der Marzahner Promenade bei Tag.